Fresh Candy Marshmallow Flavour

Nach dem Erblicken einer für mich erstmals einmalig erscheinenden Dose1 entschied ich mich dazu, das Getränk "Fresh Candy Marshmallow Flavour" zu erwerben und darüber zu schreiben. Die Dosengestaltung zeichnet sich offensichtlich auf den ersten Blick dadurch aus, dass die Dose transparent ist. Dies wird durch Plastik ermöglicht und nicht durch Glas, wobei dabei wohl auch die logischere Option getroffen wurde, da das Zersplittern beim Fallenlassen selbiger eine äußerst unerwünschte Reaktion ist. Trotz der Farblosigkeit des Getränkes ist die Transparenz der Dose, durch die beinahe ins Leere fallenden Wassertropfen und Marshmallows, keine langweilige, sondern eine grandios zusammenhängende2 Designentscheidung. Mich stören die normalerweise billig wirkenden Realfotos dieser Elemente auch nicht, obwohl diese gezeichnet vielleicht doch einen besseren Eindruck hinterlassen hätten. Alles in allem gefällt mir die transparente Dose mit ihren niedlich weich-kindlichen Farben und einer beinahe beängstigenden, an Weirdcore erinnernden Leere3 und vor allem diese zwei Eigenschaften in Kombination sehr gut.

Nun zum Geschmack. Die erste Geschmacksnote zeichnet sich durch eine Kohlensäure besetzte Vanillenote4, welche mit einem äußerst süßen und fast fruchtigen Unterton5 einhergeht und somit den Marshmallow-Geschmack erzeugt, aus. Je länger man das Getränk ruhig im Mund behält, verstärkt sich die süß-fruchtige Vanillenote6 und das Spritzige der Kohlensäure nimmt ab. Kommt das Getränk allerdings in Bewegung, beispielsweise beim Schlucken, kommt eine sehr wässrige und pricklig-leichte Seite7 zum Vorschein. Der Nachgeschmack hält nicht äußerst lang an, ist aber eine schon zu intensive Note des Marshmallow-Geschmacks8. Um dieses Getränk zu genießen, muss man ein Freund von extrem intensiv-süßen unkomplexen Geschmäckern sein, als auch von einer gewissen Wässrigkeit. Diese Kombination halte ich definitiv nicht für optimal, da wohl kaum jemand ein Getränk benötigt, welches im Geschmack zwischen schon gesund-wirkend, leicht und chemisch intensiviert süß wechselt9. Eine 250-ml Dose hätte den Job wohl auch besser erfüllt, als die aktuelle 330-ml Dose, da die chemische Süße kombiniert mit dem Prickeln der Kohlensäure nach der Zeit ein gewisses Unwohlsein beim Konsumenten hinterlässt. Und in der dafür benötigten Zeit, ist leider nicht einmal die Hälfte der Dose geleert worden10. Ob die, durch das beschriebene Unwohlsein ausgelöste, Trägheit der zu-sich-nehmenden Person zu einer entspannten Atmosphäre positiv beitragen kann, ist unweigerlich mit einem "Ja" zu beantworten11, wobei die Frage, ob sich geschmacklich genüsslichere Getränke mit einem ähnlichen Effekt, häufig durch Kohlensäure ausgelöst hervorgerufen, dafür besser eignen, nicht so indiskutabel ist12.

Es lässt sich nach all dem nicht bestreiten, dass sich durch die, für die Menschen gleiche Art von Trägheit, einfach eine große Gemeinschaft auf die gleiche psychische Wellenlänge bringen lässt und dadurch auch dieses Getränk wirklich gut für entspannte Gruppentreffen, vielleicht vorzugsweise unter Freunden, eignet13. Zum Ende kommt es mit einem "Fazit", welches aussagt, dass das Getränk "Fresh Candy Marshmallow Flavour" irrelevant ist14 und keine Empfehlung ausgesprochen bekommt, trotz dessen einen, leider Gottes sehr ersetzbaren, Beitrag zu einer Stimmung fügen kann, welcher sich positiv auswirkt15. Eine gute Idee mit einer ebenfalls guten Ausführungskonzeption16 wurde mangelhaft ausgeführt, aufgrund des scheinbaren Drangs zuckergelenkte Primaten anzuziehen17. Ein Fehler, der häufig gemacht wird und in diesem Fall eine leckere Grundstruktur zerstörte18. Ich denke, es gibt nicht mehr dazu zu sagen, als dass dies ein Exemplar für das Phänomen des eigenkreierte-Kunst-für-eine-unwürdige-Zielgruppe-Zerstörens ist. Genießbar ist es und man kann dessen Geschmack mögen, aber mögen, sollte man das Getränk nicht. Vielleicht kann man dies hier als Empfehlung oder eher Aufruf, denn getrunken werden hat es im Gegensatz zum probiert werden nicht verdient, zum Trinken bei einer solchen, wahrscheinlich nie eintreffenden, Gelegenheit und als Warnung vor dem unnützen Kauf ansehen. Aber vielleicht auch nur als das Zweite dieser.

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