Fresh Pinacolada

Beim Probieren des "Pinacolada"-Geschmacks der Marke Fresh, sticht die durchsichtige Dose ins Auge, bei der erneut die Plastikwahl eine gute Entscheidung darstellt1. Die gezeigten Früchte bilden mir allerdings keine passende Verbindung zwischen einander, da die Kokosnuss weder mit den anderen Früchten ordentlich zusammenhängt, noch mit dem Wasser, da es beinahe so aussieht, als ob die milchige Flüssigkeit der Nuss mit den gezeigten Wasserspritzern vermischt wird2. Jeder weiß, was bei solch einer Mischung visuell rauskommt: Trübe, eklige Plörre. Trotz des allen ist die Dose dank des durchsichtigen hauptsächlich einzigartig und ansehlich3.

Schluckt man jedoch den Inhalt, schmeckt man die ersten Sekunden gar nichts aufgrund des Sprudels4. Das Gefühl des Sprudels ist angenehm und vor allem, wie später erwähnt, in Verbindung mit den Geschmäckern toll5, jedoch ist dieses anfänglich wirklich zu stark. Der Geschmack, der einem nach dem Abklingen des zu starken Sprudels jedoch in den Mund sticht, ist dafür besonders schmackhaft6. Eine frische, saftige Ananas7, die sich zwischen des weniger imposanten, aber deutlich anderen Ananas-Geschmack verbirgt und beinahe sirupartig aus der Härte eine saftige Ananasfrische in den Mund "explodiert"8. So lässt sich allein die Ananas-Komponente in zwei verschiedene Geschmäcker unterteilen: Die frische, Sirupartige und die Harte. Die Härte ergänzt den frischen Ananas-Geschmack perfekt, hält allerdings leider länger als dieser und erzeugt so einen ziemlich austauschbaren Ananas-Geschmack über den Weg, der sich auch noch mit einer leichten unpassenden Wässrigkeit vereint9, die wiederum mit Sprudel vereint ist. Die gute Frucht hat allerdings auch einen Nachgeschmack, selbst wenn der Hauptgeschmack schon abgeklungen ist10 und die Langweilige überwiegt. Zur gleichen Zeit bahnt sich ein leichter Kokosgeschmack an, der zwar leicht räudig und nicht appetitlich ist11, sich allerdings mit dem Sprudel vereint und so die bessere Ananas besser zum Vorschein bringt12, sich allerdings auch selbst weiter verschlechtert13.

Im Mund herrschen nun zwei Parteien: die Mischung der Ananasse und spritziges Kokosgetue. Da die Ananas überwiegt, ist dies alles, jedoch nicht der Untergang. Zu dem, was nach dem Schlucken bemerkt wird, gibt es nicht auszusetzen14. Alle Geschmäcker vereinen sich wieder, um die Top-Hauptkomponente, die Sirup-Ananas, und ergänzen sich schön15. Selbst das sonst abstoßende Kokosgeschmacksteil macht sich in dieser Komposition gut16, bloß die Wässrigkeit stoßt unbeholfen leicht hervor, wo sie im Hintergrund hätte bleiben sollen17. Wenn man sich dies alles deutlich länger als für normal im Mund zergehen lässt, kriegt man dieses Orchester, in dem nicht nur die Mitstreiter schön zusammenspielen, sondern auch die frische Ananas wunderbar im Einzelgeschmack ist, der Geschmäcker auch im Mund nach einer Zeit vorgeführt18. Passieren tut das alles beim ersten Schluck. Trinkt man jedoch weiter, merkt man erneut, wie stark einen die hohe Kohlensäuremenge anschlägt. Daraus ziehen wir erstmal alles Positive: Die Dosengröße ist erneut gut gewählt, denn mehr wäre an einem Tagesmoment kaum trinkbar19.

Der Effekt des Sprudels lässt sich ausnutzen, um in einen Zustand der Lust/Kraftlosigkeit zu kommen, der zu einem Zustand der Entspannung für den Abend oder ruhige Abende mit Freunden gemacht werden kann20. Dies kann wirklich gut genutzt werden, da der Effekt höher ist, als bei vielen Getränken, jedoch birgt dieser auch einige Nachteile. Schnell trinken ist bei diesem Getränk etwas ganz anderes, als schnell trinken bei anderen. Es kann für das Getränk extrem schnell getrunken werden, um den Sprudeleffekt zu kriegen, jedoch ist diese Geschwindigkeit nicht mal ansatzweise so schnell, wie bei einem normalen Getränk und hier befindet sich eine wirkliche Grenze. Wirklich schnell trinken oder geschweige exen ist genießbar absolut unmöglich21. Der Sprudel stört aber auch geschmacklich, da eine durchgehende Trinkerfahrung verhindert wird, da jeder Schluck mit sekundenlangem purem Wassergeschmack, mit kleinen Kohlensäure-"Explosionen" auf der Zunge bestraft wird22. Um das Getränk deliziös zu genießen, sollten langsame Schlücke lange im Mund behalten werden, wobei auf den Effekt des Sprudels verzichtet werden muss. So schließt es die zwei Vorteile von diesem "Fresh" gleichzeitig zu nutzen vollständig aus23. Das ist eine vergeudete Möglichkeit. Trotz der ganzen Kritik ist der Hauptgeschmack immer noch der Kern des Getränkes und dieser ist wirklich voller Genuss24.

9 PUNKTE